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Versichern heißt Sexaffären verstehen

Freitag, Mai 27th, 2011

Die Geschenk-Reise der Ergo-Mitarbeiter zur Sex-Orgie ins Budapester Gellert-Bad geistert ja schon geraume Zeit durch die Medien. Dabei liegt diese Jahre zurück. „Unglaublich viel Spott“ habe sich der Konzern anhören müssen, sagte ein Sprecher der FAZ. Ergo will nun seine Werbung herunterfahren.

Versicherungsvertreter der Hamburg-Mannheimer International (HMI) waren auf Konzernkosten mit mindestens 20 Prostituierten in der berühmten Gellert-Therme zu einer orgiastischen Party geladen gewesen, die Enthüllungen stellen für den Versicherer jetzt ein Imagedesaster dar.
Ein knappes Jahr liegt die groß aufgelegte Werbekampagne zurück, die allen deutlich machen sollte, dass die Hamburg-Mannheimer heute Ergo heißt.

Zuvor hatte die Hamburg-Mannheimer auf den spießig frisierten Herrn Kaiser („Gut, dass ich Sie treffe!“) gesetzt. Mittels einer superteuren und aufwendig positionierten Kampagne sollte Herr Kaiser abgelöst werden. Doch der Versicherer hat sich entschlossen, diese zurückzufahren und nicht „noch Öl ins Feuer zu gießen“.

Unter der Überschrift „Hier kokst der Kollege von Herrn Kaiser“ hatte die BILD Fotos veröffentlicht, die einen HMI-Vertreter während besagter Belohnungsreise mit einer jungen Frau zeigen. Beide schnupfen feines weißes Pulver durch Geldscheine. BILD wollte von Drogenexzessen erfahren haben.
Die Fotos zeigten lediglich „ein Trinkspiel mit Salz, Tequila und Zitronensaft. Dazu gehört das Einschnupfen von Salz durch die Nase.“ Erfuhr man vom in die Bredouille geratenen Ergo-Konzern.

Der bisherige Hamburg-Mannheimer-Botschafter, Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp, hat seine Werbeauftritte abgesagt.
Zwar solle die Ergo-Kampagne („Versichern heißt verstehen“) wiederkommen, ließ Ergo-Sprecher Becker wissen, aber wohl erst, wenn Gras über die Sache gewachsen ist. „Wir halten an unserem Markenversprechen fest“, sagt Ergo-Sprecherin Alexandra Klemme der FAZ.